Kontakt zu Flüchtlingen gepflegt ATSV Kleinsteinbach engagiert sich weiter im Projekt IdS

Der ATSV Kleinsteinbach hat sich seit der Wahl der neuen Verwaltung im März 2017 um die Integration von Flüchtlingen bemüht. Dabei kamen wichtige Impulse durch den Badischen Sportbund Nord mit seinem Projekt Integration durch Sport (IdS). Als Erfolg lässt sich bereits festhalten, dass der Verein inzwischen schon mehrere Maßnahmen unternommen und Veranstaltungen durchgeführt hat, um die Integration voranzubringen. Mehrere Jugendliche von Flüchtlingsfamilien spielen bereits in den Juniorenmannschaften des ATSV und der SG Pfinztal, einige erwachsene Gambier und ein Iraker in den Seniorenteams. Am Wochenende fand mit den Flüchtlingen im Verein und deren Familien, den Verantwortlichen der Verwaltung sowie Vertretern von Verbänden und Organisationen, mit denen der ATSV Berührungspunkte hat, ein Informationsaustausch statt. Man wolle in lockerer Atmosphäre das Gespräch suchen, vor allem die Interessen der Flüchtlinge und Asylbewerber näher kennenlernen, gab erster Vorsitzender Markus Eble einleitend vor. Sechs syrische Familien, je eine aus dem Irak und Iran und fünf Gambier, die alle fußballerisch aktiv sind, gehören zu diesem Personenkreis. Zugegen waren auch der Sprecher der Flüchtlingshilfe Pfinztal, Walter Brähmer, Doris Marzluff, die für den CVJM und die evangelische Kirchengemeinde sich fast täglich um die Familien kümmert, und Patrick Orf vom BSB Nord, der das Projekt IdS federführend begleitet. Er äußerte sich anerkennend zum Engagement des ATSV, begrüßte, dass dieser Stützpunktverein für IdS ist, und bekräftigte, auf diesem Weg weiterzumachen. Bedauert wurde, dass kein Vertreter der politischen Funktionsträger im Ort anwesend war. Die Neu-Kleinsteinbacher sind allesamt froh und dankbar für die Aufnahme von Vereinsseite und die Möglichkeiten zur sportlichen Betätigung. Am 6.Oktober soll ein Strategie-Workshop der ATSV-Verwaltung stattfinden, wo eine „Fahrplan“-Festlegung für die nächsten fünf Jahre geplant ist. Die Bedürfnisse der Flüchtlinge sollen hier auch mit einfließen.

 

Text und Foto: Karl-Heinz Wenz

 

 

Informationsaustausch beim ATSV Kleinsteinbach mit Flüchtlingsfamilien und den Verbandsvertretern, Patrick Orf (li.) vom Badischen Sportbund Nord und Walter Brähmer (hintere Reihe 6. v.li.) von der Flüchtlingshilfe Pfinztal


Internationalen Tag der Freundschaft

Zum Internationalen Tag der Freundschaft am 30.07. spielte das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ (IdS) drei kurze Video-Sequenzen zum Thema in den sozialen Netzwerken und auf www.integration-durch-sport.de ein. 

Webseite des DOSB: https://www.dosb.de/sonderseiten/news/news-detail/news/freunde-geworden/ 


"1:0 für die Integration..."

...unter diesem Motto hatte der ATSV Kleinsteinbach am Montag den "FC Gambia" aus Pforzheim zu einem Fußballspiel im Rahmen seines sommerlichen Sportfestes eingeladen.

Der "FC Gambia" wurde in Pforzheim von Geflüchteten aus Gambia gegründet. Meistens spielt die lockere Gruppe eher gegen andere Mannschaften von Geflüchteten, Begegnungen mit "alteingesessenen" Vereinen sind eher selten. Aber da mit Assan Jallow, einem aus seiner Heimat Geflüchteten, inzwischen auch ein ehrenamtlicher Trainer aus Gambia beim ATSV arbeitet, lag es für den Verein, der das Programm "Integration durch Sport" sehr ernst nimmt, nahe, diesen Kontakt für eine sportliche Einladung zu nutzen.

Die Gäste aus Pforzheim waren sehr beeindruckt vom freundlichen Willkommen beim ATSV. Sie bekamen zum Spiel einen neuen Satz Trikots in den Nationalfarben Gambias und fünf Trainingsbälle. Außerdem hatte der Verein für die Muslime unter ihnen extra Putenfleisch besorgt. So etwas habe man vorher noch nicht erlebt, bekannten sie sichtlich erfreut. Beim Freundschaftspiel gegen die 2. Mannschaft des ATSV konnten sie schnell ihr fußballerisches Können zeigen und gewannen mit 4:2. Aber einige von ihnen blieben auch danach noch lange beim ATSV - bis in die Nacht.

So wird demnächst der eine oder andere am Probetraining in Kleinsteinbach teilnehmen und mancher überlegt sich, in Zukunft nicht nur beim, sondern für den ATSV zu spielen.

Der Trainer des ATSV ist von der Idee jetzt schon begeistert.

 

Video:

https://www.facebook.com/Welcome.Pfinztal/videos/1023988281116175/

 

Text und Video: Walter L. Brähler 


"Integration durch Sport"  Bericht über Assan Jallow

Durch Beharrlichkeit, Fleiß und Unterstützung erfolgreich

Flüchtling Assan Jallow hofft auf Zukunft in Deutschland

 

Er kam im September 2011 auf abenteuerlichem Weg per Schiff aus seinem Heimatland Gambia nach Norddeutschland: Assan Jallow, damals 17-jährig, floh vor dem hoffnungslosen Zustand seiner afrikanischen Heimat und setzte sich von Anfang das Ziel, sich in Deutschland eine lebenswerte Existenz aufzubauen. Über die Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbewerber in Karlsruhe wurde er dem Kreis Calw zugewiesen und in einem Heim in Bad Wildbad untergebracht. Trotz dort herrschenden menschenunwürdigen Zuständen verlor er nicht die Hoffnung auf ein besseres Leben. Durch Zufall lernte er im April 2012 einen mit seiner Familie in Kleinsteinbach wohnenden Nigerianer kennen, und durch einen Besuch bei dieser Familie ergaben sich durch die Lage deren Haus direkt gegenüber dem Kleinsteinbacher Sportplatz schnell Kontakte zum ATSV. Assan nahm alsbald im Verein das Fußballtraining auf und bewies von Anfang an Talent. Zu jedem Training und bald auch zu Spielen reiste er mit der S-Bahn aus Bad Wildbad an und schätzte die freundliche Aufnahme im Verein.

 

Es gab aber auch Rückschläge; zwei Asylanträge wurden per Gerichtsbeschluss abgelehnt. Er durfte entgegen seinem Wunsch auch keine Schule besuchen. Das Sozialamt in Pforzheim hatte dann jedoch Einsehen und schaltete über den Rat für Flüchtlinge in Stuttgart eine Petition. Dem ausdrücklichen Wunsch des Jungen, einen Sprachkurs belegen zu dürfen, wurde entsprochen. Er besuchte ein Jahr lang in Pforzheim die Deutsche Angestellten Akademie und machte schnell sprachliche Fortschritte. So wurde ihm dann auch erlaubt, in der Johanna-Wittum-Schule in Pforzheim den Hauptschulabschluss zu erlangen. Seit 2012 war Assan auch ehrenamtlich bei der AWO-Kinderbetreuung in Pforzheim (bis heute) und als Krankenpflegehelfer in Bad Wildbad tätig. Eine vom Rat, dem Sozialamt und vom ATSV unterstützte Petition, mit über 2000 befürwortenden Unterschriften belegt, zur Erlangung des Bleiberechts wurde im Dezember 2013 dem Integrationsministerium übergeben. Nach einer ersten Ablehnung stimmte Innenminister Gall mit Auflagen am 12.1.15 doch zu. Verlangt wurde die Vorlage seines Passes und der Beginn einer anerkannten Berufsausbildung. Inzwischen hatte Assan durch seine Sportkontakte eine Bleibe bei der Kleinsteinbacher Familie Poslovski gefunden. Durch die Geschäftsleitung und Seniorchef Karlheinz Essig unterstützt, konnte er bei Edelstahl Rosswag im September 2015 eine Ausbildung zum Feinwerkmechaniker beginnen, nachdem er dort vorher ein sechsmonatiges Praktikum absolviert hatte. Sehr dankbar ist er über die vielfältige Unterstützung in der Firma, die ihm große Hoffnung macht, seine Lehre im Februar 2019 erfolgreich abschließen zu können und damit Asylrecht zu erhalten.

 

Seit Januar 2016 hat er bei seinen nigerianischen Freunden eine Einliegerwohnung. Seine schon sehr guten Deutschkenntnisse verbessert er auf eigenes Betreiben zusätzlich durch einen Privatunterricht (die finanzielle Kompensation erfolgt durch häusliche Mitarbeit) und erhält noch technische Nachhilfe zur Verbesserung seiner Kenntnisse in der Elektropneumatik und CNC-Technik. Seit diesem Monat engagiert er sich der nunmehr 23-Jährige noch ehrenamtlich als Trainer bei den E-Junioren des ATSV. Die Grundlagen zur Sicherung einer Zukunft in seiner neuen Heimat scheinen gelegt. So kann Integration voll gelingen.

 

Text und Fotos: Karl-Heinz Wenz 


Der ATSV Kleinsteinbach vertieft sein Integrationsprojekt

Sportausrüstung für syrische Jugendfußballer

 

Der ATSV Kleinsteinbach hat sein Wort gehalten und einen weiteren Baustein zu seinen Maßnahmen und Projekten zur Integration durch Sport für Flüchtlinge hinzugefügt. Im Juli veranstaltete die Jugendabteilung erstmals einen Flohmarkt und richtete da einen Sonderstand ein, dessen Erlös den drei syrischen Flüchtlingskindern, die alle drei in der ATSV-F-Jugend trainieren und spielen, zugutekommen sollte. Unter Mitgliedern und Freunden waren im Vorfeld Spielsachen und Kleidungsstücke gesammelt worden, die beim Flohmarkt zum Verkauf angeboten wurden. 286 Euro kamen zusammen. Erster Vorsitzender Markus Eble, auch als Jugendtrainer aktiv, entschied sich mit der Jugendleitung, für die sieben und acht Jahre alten Jungs, die in den zwei Jahren ihres Aufenthalts in Kleinsteinbach auch schon große sprachliche Fortschritte gemacht haben, eine Sportausrüstung anzuschaffen. Mit dem Sporthaus Föller in Königsbach, das auch die ATSV-Jugendmannschaften ausstattet, fand man einen Kooperationspartner für die Aktion. Chef Thomas Föller lobte die Initiative und Integrationsmaßnahme und unterstützte großzügig. So konnten sich Abudi, Yazan und Hassan aus dem Warensortiment neue Fußballschuhe, Schienbeinschoner und Sportstutzen aussuchen und durften auch noch jeder einen Lederball in Empfang nehmen. Freudestrahlend und voller Stolz machten sie sich mit ihrer neuen Errungenschaft auf den Heimweg.

 

Text und Bild: Karl-Heinz Wenz

 

Drei syrische Jugendfußballer wurden durch den ATSV Kleinsteinbach mit 1.Vorsitzenden Markus Eble mit Sportausstattung beschenkt.

Vorsitzender Markus Eble (li.) und Firmeninhaber Thomas Föller mit den drei syrischen Jungs